Die Diskussion um vier stationäre Geschwindigkeitskontrollen für Weimar

Ein öffentlicher Kommentar

Mit Erstaunen nimmt der ADFC Weimar/Weimarer Land die Diskussion um die vier Blitzer in Weimars Stadtgebiet war. Der Sicherheitsgewinn von Temporeduktionen und deren Durchsetzung, insbesondere bei Kraftfahrern, ist unter Fachleuten unumstritten. Die Unfallhäufigkeit und die Unfallschwere sinkt und die Verkehrssicherheit steigt bis hinunter zu 30 km/h. Wichtig, gerade für externe Unfallbeteiligte wie Kinder.
Dieser Zusammenhang wirkt bizarr vor dem Hintergrund, dass viele versuchen, Kindern bunte Polystyrolhütchen aufzuwängen, die nur vor leichten Schrammen schützen können, aber bei Kollisionen über 30km/h weitgehend wirkungslos sind. Und dass, um sie vor den Folgen der Unfälle schützen zu wollen, die hauptsächlich von Kraftfahrern u.a. durch unangepasste Geschwindigkeit hauptverursacht werden.

Geschwindigkeitsmessanlagen sind ein wirksames Mittel, die Geschwindigkeiten, insbesondere die der Kraftfahrer, auf sicherere Werte zu senken. Wenn diese stationären Einrichtungen, die wir sehr begrüßen, der Stadt Weimar signifikant Geld einbringen, dann werden sie nötig gewesen sein. Tun sie es nicht - und das liegt in der Entscheidung derjenigen, die mit dem Kraftfahrzeug unterwegs sind - dann können sie ja wieder abgebaut werden. Der ADFC Weimar empfindet die Tatsache beschämend, dass im Stadtrat von dem Sicherheitsgewinn niemand sprechen mag. Fehlt das Fachwissen oder wird auf die Kenntnisnahme und Darstellung vorsätzlich verzichtet?

Selbst die Ortsbürgermeister, die aufgrund der hohen Geschwindigkeiten und Raserei von Kraftfahrern zur Sicherheit von Kindern von der Stadt Baumaßnahmen für viel Geld fordern, die keine nachweisliche Sicherheitswirkung haben, z. B. der Radweg nach Taubach, sehen plötzlich keine Notwendigkeit mehr gegen das Rasen wirksam vorzugehen.

Es entsteht der Eindruck, dass dem Weimarer Oberbürgermeister, den Ortsteilbürgermeister, den Stadt- und Ortsräten die Sicherheit und damit die Gesundheit der Verkehrsteilnehmer nicht so wichtig sind - wenn es um die Raserei von Kraftfahrern geht.

In den Unfallstatistiken nimmt nicht angepasste Geschwindigkeit immer noch einen der vordersten Ränge bei den Unfallursachen ein. Deshalb ist der ADFC für Geschwindigkeitsbegrenzungen und deren wirksame Überwachung, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und um den Aussagen der Politiker, z.B. nach sicheren Schulwegen, endlich Taten folgen zu lassen.

2010-09-09, [ep]

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